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Enrique Granados, geboren 1867 in Lleida, Katalonien, wird oft als ein vergessener Meister der Musikgeschichte betrachtet. Dieser erste Artikel über
unbekannte, vergessene Komponisten markiert den Anfang unserer Serie, in der wir mit Granados beginnen möchten. Wir werden seine frühen Jahre und seine
musikalische Ausbildung beleuchten.
Granados' erhielt eine ausgezeichnete musikalische Erziehung, die teilweise in Paris stattfand. Schon im Alter von sechs Jahren begann er, das Klavierspiel
zu erlernen, und sein Talent blühte schnell auf. Seine Familie erkannte sein Potenzial und unterstützte seine musikalische Entwicklung.
Die Reisen durch Europa mit renommierten Künstlern wie dem Geiger Jacques Thibaud und dem Cellisten Pablo Casals prägten Granados' künstlerische Reise.
Das gemeinsame Programm enthielt viele seiner eigenen Kompositionen, die während dieser Reisen entstanden sind.
Granados gründete in Barcelona die "Gesellschaft für Klassische Konzerte" und schuf die "Granados-Akademie", eine Klavierschule, die sein Engagement
für die Förderung musikalischer Bildung widerspiegelte.
Seine frühen Werke, darunter die "Spanischen Tänze" und die "Goyescas", sind Zeugnisse seiner musikalischen Vielseitigkeit und Brillanz. In diesem Artikel
werfen wir einen Blick auf die prägenden Jahre von Enrique Granados und seine Entwicklung als Musiker und Komponist.
Der vollständige Name des spanischen Komponisten, der 1867 in Lleida (Katalonien) geboren wurde und 1916 bei einem tragischen Vorfall im Ärmelkanal mit der
"Sussex" ertrank, lautet Enrique Granados y Campifa. Tragischerweise kam Granados' während des Ersten Weltkriegs ums Leben. 1916 reiste er nach New York,
um seine Oper "Goyescas" aufzuführen. Auf dem Rückweg nach Spanien wurde das Schiff, auf dem er und seine Frau reisten, von einem deutschen U-Boot torpediert
und versenkt. Obwohl es zunächst gelang, Granados zu retten, stürzte er sich verzweifelt zurück ins Meer, als er sah, wie seine Frau hilflos auf den Wellen trieb.
Beide fanden tragischerweise in den Fluten den Tod.
Seine musikalische Ausbildung war exzellent, teilweise durch Aufenthalte in Paris, und er
entwickelte sich zu einem herausragenden Pianisten, der gemeinsam mit dem Geiger Jacques Thibaud und dem Cellisten Pablo Casals durch Europa reiste.
Während ihrer Reisen präsentierten sie ein Programm, das viele Stücke enthielt, die Granados während dieser Zeit komponierte.
In Barcelona gründete Granados die "Gesellschaft für Klassische Konzerte" und etablierte die "Granados-Akademie" als Klavierschule. Sein breites Repertoire
umfasst eine Oper, basierend auf den "Goyescas", sowie zahlreiche Klavierstücke. Besonders bekannt wurden seine Spanischen Tänze, die auf spanischen
Tonadillas basieren, sowie die "Musikalischen Bilder für Klavier" mit dem Titel "Goyescas", die von Francisco de Goyas Gemälden inspiriert sind.
Granados' Kompositionen zeichnen sich durch ihre Schönheit und innige Gefühlsgebung aus, die an die Werke von Frederic Chopin und Edvard Grieg erinnern.
C. Jean Aubry bemerkte: "Er schuf Themen mit dem anhaltenden Charakter von Volksweisen, ohne sie direkt aus der Volksmusik zu übernehmen."
Pedro G. Morales fasst Granados' Stil zusammen: "Granados' persönlicher Stil ist unverkennbar, selbst wenn er Material ausleiht... Selten hat sich die
Seele Spaniens so lebendig in der Musik gezeigt wie im Eingangsthema von 'Das Mädchen und die Nachtigall' (aus den Goyescas), eine Melodie von beeindruckender
Ursprünglichkeit mit fast klassischem Charakter." Granados' Erbe bleibt somit nicht nur in seinen eigenen Kompositionen, sondern auch in seinem Einfluss auf
die Musik Spaniens lebendig und inspirierend.
Einfluss auf die Gitarrenwelt:
Eine Vielzahl von Granados' Kompositionen wurde erfolgreich für die Gitarre transkribiert und sind heute fester Bestandteil des Standardrepertoires für
Gitarristen. Meisterhafte Interpretationen seiner Werke finden sich in den Aufnahmen renommierter Gitarristen wie Andrés Segovia, Narciso Yepes,
Julian Bream, John Williams, Pepe Romero, Christopher Parkening, Manuel Barrueco und David Russell. Diese herausragenden Künstler haben Granados'
musikalisches Erbe auf der Gitarre kongenial zum Ausdruck gebracht, und ihre Aufnahmen tragen dazu bei, die zeitlose Schönheit und Vielschichtigkeit seiner
Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Gitarristen schätzen besonders die Herausforderung, seine reichhaltigen harmonischen Strukturen und die
tiefgründigen emotionalen Ausdrücke auf der Gitarre wiederzugeben.
Trotz seiner fehlenden persönlichen Verbindung zur Gitarre, hat Enrique Granados einen bleibenden Einfluss auf die Welt der Gitarrenmusik ausgeübt.
Insbesondere seine "Danzas españolas" sind in Transkriptionen für zwei Gitarren weit verbreitet und erfreuen sich großer Beliebtheit. Obwohl Granados nie
eine Note für die Gitarre schrieb und auch nicht in der Lage war, dieses Instrument zu spielen, zeigen seine Werke deutliche Anleihen von Merkmalen der
"spanischen" Musik, die oft von Gitarristen interpretiert werden.
In vielen seiner Stücke, insbesondere in der wunderbaren "Oriental" aus den "Danzas españolas", finden sich typische Elemente der spanischen Musik, wie
prägnante Rhythmen, absteigende („phrygische“) Basslinien und gezupfte Arpeggios. Diese Effekte sind eng mit der natürlichen Art verbunden, wie die Finger
eines Gitarristen auf den Saiten arbeiten. Auch wenn Granados nie direkt für die Gitarre komponierte, scheint seine außergewöhnliche musikalische Sensibilität
neue Ideen leicht aufnehmen zu können.
Die Beliebtheit seiner Werke in Gitarren-Transkriptionen, besonders die "Danzas españolas", verdeutlicht die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit von
Granados' Musik. Die markanten Elemente, die an die natürlichen Klänge der Gitarre erinnern, tragen dazu bei, dass seine Musik auch in diesem Format ihre
Ausdruckskraft und Lebendigkeit behält.
Die Gitarre, obwohl nicht unmittelbar mit Granados verbunden, hat so eine Rolle als Vermittler seiner Musik übernommen und seinen Beitrag zum Genre der
spanischen Musik auf diesem Instrument verstärkt. Granados' musikalischer Einfluss erstreckt sich somit nicht nur auf das Klavier, sondern auch auf die
Welt der Gitarrenmusik, wo seine Werke weiterhin in verschiedenen Interpretationen und Arrangements lebendig bleiben.
Transkriptionen für die Gitarre:
Enrique Granados' Werke haben im Laufe der Jahre viele Transkriptionen für die Gitarre inspiriert, da seine Musik aufgrund ihrer spanischen Wurzeln und
melodischen Schönheit besonders gut auf die Klangwelt dieses Instruments übertragbar ist. Hier sind einige der bekanntesten Transkriptionen für Gitarre: